EHEC, Grüner Tee & Co.

EHEC sind Escherichia (E.) coli-Bakterien. Sie bilden starke Zellgifte, die beim Menschen schwere Erkrankungen hervorrufen können. Die Behandlung kann nur symptomatisch erfolgen. Eine antibakterielle Therapie ist nicht angezeigt. Sie kann die Bakterienausscheidung verlängern und zur Stimulation der Toxinbildung führen.

 

Epigallocatechin Gallat und Gallocatechin Gallate in Grünem Tee hemmen diese extrazelluäre Freisetzung eines dieser Zellgifte (Vero Toxin).  Grüner Tee wirkt gegen Bakterien wie Heliobacter pylori ebenso wie gegen Escherichia coli und andere Bakterien. Gleichzeitig stärkt er die Abwehr.

 

Darüber hinaus scheint die Gabe von Lactoferrin (Quelle: Kuhmilch), eines Eisen bindenden Eiweißpeptids, die Überlebensrate von Mäusen, die mit enterohämorragischen E. Coli. infiziert wurden, zu erhöhen. Lactoferrin scheint das Anheften dieser Keime an die Darmschleimhaut zu unterbinden. Durch die Bindung von freiem Eisen wird das Wachstum verschiedener Bakterien gehemmt. Außerdem wird die Bildung von sog. Biofilm durch Bakterienkolonien gestört: Dieser Film wird bei chronischen Schleimhautinfektionen durch die entsprechenden Bakterien gebildet und stellt eine Art Schutzschild der Bakterien gegen körpereigene Abwehrmechanismen aber auch Antibiotika zu sein. Dadurch, dass Lactoferrin Eisen aus der Umgebung der Bakterien bindet, bewegen diese sich über die Schleimhäute anstatt Gruppen zu bilden und einen Biofilm formen zu können.

 

Des Weiteren scheinen auch Tees aus Steviablättern das Wachstum von  Escherichia coli 0157:H7 und anderen schädlichen Bakterien zu hemmen. Verschiedene Mittel wie z.B. Heilerde und medizinische Kohle können Gifte im Darm binden. Mariendistel und N-Acetylcystein schützen die Leber und unterstützen diese bei der Entgiftung.

 

Die besten Untersuchungen zu Probiotika findet man beim Effekt auf infektiöse Darmerkrankungen (Enteritiden). Die bei Enteritis erhöhte intestinale Permeabilität kann durch die Gabe spezieller Probiotika normalisiert werden. Vorteilhafte Rezeptorandockmöglichkeiten ermöglichen es den Probiotika*, pathogene Mikroorganismen abzuwehren. Für eine gesunde Darmflora ist es wichtig, dass sich die Bifidobakterien (sind auch in DarmoCare Produkten zu finden!) gut vermehren und die für die Ernährung der Darmschleimhaut notwendigen kurzkettigen Fettsäuren, die Butyrate, bilden können. Auch müssen die gesunden Ecoli-Bakterien (z.B. Mutaflor aus der Apotheke) in unserm Dünndarm stark sein, denn die bilden zum einen eine Gegenpartei zu der Gruppe der eher krank machenden Ecoli-Biovare. * DarmoCare Pro, infantis, extensis

 

Deswegen erscheint es sinnvoll auch gesunde Ecoli-Bakterien zu substituieren. Weitere Mikroorganismen, die bei Durchfallerkrankungen Verwendung finden sind nicht krank machende Hefen wie SACCHAROMYCES BOULARDII und SACCHAROMYCES CEREVISIAE (z.B. Perenterol).

 

Beherzigen Sie die Hygieneratschläge, essen Sie weiterhin gesundes Gemüse, bedenken Sie, dass auch Ihre Haustiere, die über gedüngte Äcker laufen oder im Kuhstall waren und diese Keime an den Pfoten, im Fell und
auch auf der Zunge haben, diese Keime mit nach Hause bringen. Damit tragen sie die Keime aber auch auf ihr Sofa, den Stuhl oder wo auch immer die sich hinsetzen.

 

Wenn also Ihre Tiere Durchfall haben, sollten Sie genauso wie bei sich den Stuhl auf pathogene Keime untersuchen lassen. Dabei müssen Sie die EHEC-Untersuchung gesondert angeben, denn standardmäßig wird danach gar nicht geschaut. Das wird den Arzt vielleicht nicht erfreuen, da sich erfahrungsgemäß die meisten Durchfälle selbst limitieren, wenn Sie aber dieses Problem ergründen wollen, kommen Sie um diese Untersuchung nicht herum. Für Ihr soziales Umfeld wäre diese Untersuchung schon sinnvoll, da Sie auch als nicht erkrankter Träger dieser Keime als chronischer Überträger wirken.

 

Quellen:
Epigallocatechin gallate and gallocatechin gallate in green tea catechins inhibit extracellular release of Vero toxin from enterohemorrhagic Escherichia coli O157:H7

TSUKIJI MAMI, TAZUME SEIKI, ISHIZAKA FUMI, NUKANOBU NORIAKI, HIRANO MITSUGU, NUMAJIRI SATORU, ):Effect of bovine lactoferrin on the survival of gnotobiotic mice infected with enterohemorrhagic E. Coli.
Journal of Germfree Life and Gnotobiology / VOL.32;NO.2;PAGE.111-113(2002)

A component of innate immunity prevents bacterial biofilm development: Singh PK et al; Nature 417(6888):552-555,2002.

Bactericidal activity of a fermented hot-water extrakt from Stevia rebaudiana Bertoni towards enterohemorrhagic Escherichia coli 0157:H7 and other food-borne pathogenic bacteria. Tomita T., Sato N., Arai T., Shiraishi H., Sato M., Takeuchi M., Kamio Y.)
 
Nissle A. Die antagonistische Behandlung chronischer Darmstörungen mit Colibakterien. Med Klin 1918; 2: 29-30.
 
Rembacken BJ, Snelling AM, Hawkey PM, Chalmers DM, and Axon AT. Non-pathogenic Escherichia coli versus mesalazine for the treatment of ulcerative colitis: a randomised trial. Lancet 1999; 354: 635-639.

Guslandi M, Mezzi G, Sorghi M, and Testoni PA. Saccharomyces boulardii in maintenance treatment of Crohn's disease.
Dig Dis Sci 2000; 45: 1462-1464.