Ernährung, Nährstoffbedarf und Nahrungsergänzungen bei Kindern

Oft werden wir in der Fachberatung gefragt, ob Kinder überhaupt Nahrungsergänzungen nehmen dürfen, ob nicht die normale Ernährung den Bedarf dieser kleinen Menschen decken würde und welche Nahrungsergänzungen für sie geeignet sind.

Mythos verminderter Bedarf
Es hält sich leider immer noch hartnäckig der Mythos, dass Kinder bei Mikronährstoffen bedingt durch ihre geringere Körpergröße auch einen verminderten Bedarf haben. Das ist schlichtweg falsch! Der Mikronährstoffbedarf von Kindern und Jugendlichen ist außerordentlich hoch. Wachstums- und Entwicklungsprozesse in der frühen Kindheit und in der Pubertät verbrauchen große Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen.
In Kindheit und Jugend verbraucht der Aufbau von Knochensubstanz große Mengen Calcium, Magnesium und Phosphor. So liegt der Calciumbedarf eines Kindes von 7 Jahren in der annähernd gleichen Größenordnung, wie der seiner erwachsenen Eltern! Der Eisenbedarf eines Zwölfjährigen liegt um ein 20 % höher, als der eines erwachsenen Mannes…!  Also von wegen kleiner Mensch = geringerer Bedarf.

Ernährung und Essverhalten
In Kindheit und Jugendjahren ist eine an den Nährstoffbedarf angepasste Ernährung außerordentlich wichtig, denn nur sie ermöglicht eine gute geistige Entwicklung und vollständiges körperliches Wachstum. Schäden, die durch eine unzureichende Nährstoffzufuhr in diesen Jahren entstehen, sind oft irreversibel.
Allgemein sollte die Ernährung reich an essenziellen Nährstoffen sein. Rohkostreiche Vollwertkost (Obst, Gemüse, Salat), Vollkornprodukte, gute Fette (hochwertige native Öle, Nüsse, Samen), Fisch, magere Proteinquellen und ab und an mal ein (Bio-) Ei decken die meisten Nährstoffe adäquat ab. Milchprodukte (Bio) sind ok – allerdings ist ihr Image als „Nährstoff- und Gesundheitswunder“ mittlerweile widerlegt. Als gute Proteinquelle haben sie aber dennoch weiterhin zumindest einen gewissen Stellenwert, vor allem in gesäuerter Form als Joghurt, Kefir oder Buttermilch). Bei Allergien, Unverträglichkeiten, Verschleimungen oder Erkrankungen wie Autismus, ADS und ADHS kann sich ein Verzicht auf Milchprodukte aber positiv auswirken.
Andererseits führt ein „zu viel“ an Kalorien und ungesunden Nahrungsmitteln in der Kindheit dazu, das große Mengen Fettzellen gebildet werden – welche ein Leben lang erhalten bleiben. Aus dicken Kindern werden in fast allen Fällen übergewichtige Erwachsene; der Grundstein für ein Übergewicht im Erwachsenenalter wird also bereits in der Kindheit gelegt…

Die Ernährung von Kindern sollte gesund und abwechslungsreich – aber in keinem Fall militant und dogmatisch sein. So lange primär gesund gegessen wird, dürfen ab und an auch mal ungesunde Lebensmittel sein. Denn je mehr man als Eltern genau diese Lebensmittel verbietet, desto besonderer werden sie für die Kinder. Dann wird, wenn denn mal die Möglichkeit zum ungestörten Verzehr besteht, richtig und ohne Maß zugelangt. Andererseits sollten Süßigkeiten & Co auch nie als Belohnung eingesetzt werden. Denn so bekommen diese ebenfalls einen besonderen Stellenwert und gelten als besonders und begehrenswert. Und entsprechend wird dann gerne auch mal das Taschengeld eingesetzt, um sich am Kiosk „selbst zu belohnen“, fernab der Kontrolle der Eltern.

In Sachen Ernährung gilt es übrigens für Erwachsene mit gutem Beispiel voranzugehen.
Vorlieben für bestimmte Lebensmittel und Essgewohnheiten werden bereits in der Kindheit gelegt und bleiben ebenfalls oft den Rest des Lebens erhalten. Auch hier haben die Eltern eine Vorbildfunktion. Für Kinder, die wenig industriellen Zucker bekommen schmeckt Obst süß – für Kinder, die regelmäßig Schokolade und Co essen, oftmals nicht - oder sogar sauer.

Es ist übrigens besser, „richtige“ Hauptmahlzeiten zu haben. Unregelmäßiges Essen und diverse kleine Zwischensnacks und Essen in Hektik tragen nicht unbedingt dazu bei, ein gesundes Essverhalten zu entwickeln. „Iss gefälligst deinen Teller leer…“ führt übrigens in den meisten Fällen zu dicken Kindern, man sollte niemanden (gesundes…) zwingen, mehr zu essen als er oder sie möchte. Sinn dahinter ist natürlich auch nicht, wenn der Nachwuchs das Gemüse nicht mag, deshalb den Teller nicht leer isst und dann irgendwelche Snacks aus dem Kühlschrank holt…

Für alle Eltern, die besondere Ernährungsweisen pflegen: vegetarische Ernährung geht, muss aber sehr intelligent konzeptioniert werden, damit auf keinen Fall irgendwelche Defizite entstehen. Wie erwähnt, Schäden, die durch eine unzureichende Nährstoffzufuhr in der Jugend entstehen sind meist irreversibel. Wenn man diesbezüglich unsicher ist, können hier z.B. gute Multi-Präparate, die extra auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sind, helfen. Nahrungsergänzungen sind aber keinesfalls ein Freifahrtschein, die ausgewogene Ernährung nicht mehr adäquat zu beachten. Es empfiehlt sich außerdem, eine vegetarische Ernährung bei Kindern mit jemand wirklich Fachkundigem zu besprechen.

Vegane Ernährung ist bei Kindern immer (IMMER!) kontraindiziert und sollte dem Kind niemals von den Eltern auf-diktiert werden. Es können dabei katastrophale Mangelzustände auftreten mit gravierendsten Schäden für das Kind. Ich trage hier keinesfalls zu dick auf: So steckt das für das Gehirn enorm wichtige B12 ausschließlich in tierischen Produkten. Egal was irgendein selbsternannter veganer Guru auf YouTube erzählt… Auch Eisen ist immer problematisch, Zink, Calcium, Vitamin D3, Folsäure, Vitamin B6, B3, B2 und B1 können kritisch werden, wenn man nicht aufpasst.

Der hohe Eisenanteil von Spinat ist übrigens ein Mythos: mit 2,7 bis 4,5 mg Eisen pro 100 g Spinat enthält dieser nämlich kaum mehr Eisen als eine entsprechende Portion Pommes…
Wenn jetzt natürlich die 13-jährige Tochter entscheidet, dass sie keine tierischen Produkte mehr essen möchte, sollte man das akzeptieren. Die Entscheidung dazu sollte das Kind aber ohne Druck selbst treffen – und man muss verstärkt auf eine ergänzende Zufuhr der kritischen Mikronährstoffe achten.
Das Heilfasten bis zum Abschluss des Wachstums ebenfalls in keinem Fall gemacht werden sollte, sollte eigentlich jedem klar sein.

Welche Nährstoffe werden oft durch die Ernährung unzureichend abgedeckt?
Selbst bei gesunder und abwechslungsreicher Ernährung gibt es Mikronährstoffe, die oftmals unzureichend zugeführt werden, bzw. die kritisch sein können. Dazu zählen u.a. B-Vitamine, Vitamin C, Vitamin D3, Calcium, Magnesium, Eisen, Zink und Omega-3 Fettsäuren.

Der Bedarf an Vitamin C und B-Vitaminen ist in Kindheit und Pubertät beachtlich. Das liegt daran, dass der Bedarf an B-Vitaminen mit dem erhöhten Kalorienbedarf ansteigt. Vitamin C hat große Bedeutung bei der Synthese von Kollagen. Entsprechend wird ausreichend Vitamin C für den optimalen Aufbau von Knochen, Knorpel und den Bindegeweben in Haut und Blutgefäßen benötigt.

Die Versorgung mit Vitamin D3 ist in Mitteleuropa oftmals unzureichend. In den Wintermonaten ist es der Haut bedingt durch den niedrigen Stand der Sonne nicht möglich, Vitamin D zu synthetisieren. In den Sommermonaten sollten Kinder genug draußen spielen – denn „Stubenhocker“ produzieren selbst im Hochsommer zu wenig Vitamin D. Eine kleine Menge D3 kann über die Nahrung aufgenommen werden, steckt aber ausschließlich in tierischen Lebensmitteln wie z.B. Lachs oder Thunfisch (wobei man von letzterem bzgl. Schadstoffbelastung und der nahen Ausrottung meines Erachtens besser die Finger lässt).

Der Aufbau von Knochensubstanz während des Wachstums verbraucht große Mengen Calcium, Magnesium und Phosphor. Erfahrungsgemäß führen Kinder und Jugendliche bedingt durch Fleischwaren und Getränke eher zu viel Phosphor zu. Calcium und Magnesium kommen meist viel zu kurz. Calcium aus pflanzlichen Lebensmitteln wird meistens schlecht aufgenommen, da diverse Pflanzenstoffe (z.B. Oxalsäure oder Phytinsäure) das enthaltene Calcium binden. Zusätzlich können beachtliche Teile (bis zu 50 %) beim Kochen verloren gehen. Magnesiumreiche Lebensmittel sind z.B. Nüsse, Samen und Vollkornprodukte. Bei einer Allergie auf Milchprodukte sollte die Nahrung durch Calcium in Kapsel/Tablettenform ergänzt werden.
Die Ernährung vieler Kinder liefert nicht genug Eisen. Eisenmangel beeinträchtigt die Lernfähigkeit, sowie motorische-  und geistige Entwicklung. Während Eisen aus Fisch und Fleisch gut Bioverfügbar ist, kann Eisen aus Milchprodukten, Eiern und Pflanzlichen Quellen schlechter bis fast gar nicht aufgenommen werden. Die parallele Einnahme von Vitamin C (z.B. in Form von Orangensaft, Paprika) erhöht die Eisenaufnahme, Milch reduziert sie.
Eine unzureichende Zinkversorgung kann bei Kindern und Jugendlichen das Wachstum nachteilig beeinflussen, das Immunsystem schwächen und die Geschlechtsreife hinauszögern. Zink ist generell schlecht bioverfügbar, je nach Nahrungsmittel werden 15-40 % des enthaltenen Zinks aufgenommen. Tendenziell ist Zink aus tierischen Produkten besser verwertbar, da in vielen pflanzlichen Lebensmittel Stoffe enthalten sind, die die Aufnahme vermindern (wie beim Calcium).

Die Aufnahme von Omega-3 Fettsäuren ist bei vielen Kindern und Jugendlichen inadäquat – vor allem ein Mangel an EPA und DHA beeinträchtigt die kognitiven Fähigkeiten nachteilig und kann Verhaltensauffälligkeiten begünstigen. Gute Nahrungsquellen für Omega-3 sind fettreiche Kaltwasserfische, Nüsse und bestimmte Pflanzenöle (natives Raps-, Soja-, Walnuss- oder Leinsamenöl).

Wie viel braucht mein Kind von welchem Mikronährstoff?
Der Bedarf an verschiedenen Mikronährstoffen ändert sich je nach Lebensphase, Verbrauch, Resorptionszustand des Darmes, Gesundheitszustand - ist also individuell. So hat ein Kind unter einem Jahr einen Magnesiumbedarf von etwa 60 mg, bis 4 Jahre einen Bedarf von 80 mg, aber im Alter von 10 – 13 Jahren einen Bedarf von ca. 240 mg. Eine gute Orientierungshilfe für die altersgerechte Mikronährstoffzufuhr bieten die Richtwerte der DACH. Sie werden von den deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Ernährung gemeinsam herausgegeben und können online eingesehen werden.

Welche Nahrungsergänzungen sind geeignet?
Allgemein empfiehlt sich als „Sicherheitsgrundversorgung“ ein altersgerechtes Multi-Vitamin-Multi-Mineralien-Präparat, z.B. in Form von Kautabletten oder Sirup. Die Firma EifelSan führt diesbezüglich die Präparate „Kinder Multi-Vitamin-Mineralien-Spurenelemente Kautabletten fruchtig“ und „Kinder-Multi + D3 Saft“. Diese können anhand der Tablettenzahl bzw. dem Volumen passend für die Bedürfnisse der jeweiligen Altersklasse dosiert werden. Teenager haben spezielle Bedürfnisse bzgl. der jeweiligen Mikronährstoffe, weshalb sich ein spezielles Multi für sie empfiehlt; z.B. „Multi Smart Teen“.

Angesichts der besonderen Wichtigkeit einer guten Omega3 Versorgung ist diesbezüglich für alle Altersklassen eine Ergänzung zu empfehlen. Für die „Kleinen“ (die meistens noch nicht gerne Kapseln schlucken) empfehlen wir „Kinder Omega 3 DHA + EPA Kaukapseln“, die „Größeren“ können normale Omega-3 Produkte nehmen. Wenn Kapseln und Kaukapseln nicht gemocht werden, kann man auch z.B. auf „Omega-3 Trinköl“ oder „SynOmega Omega3, D3 und Cholin“ zurück greifen – allerdings in passender Menge für die jeweilige Altersklasse, denn Omega-3 kann in (deutlich) zu hohen Mengen abführend wirken.
Kinder Calcium Kautabletten“ können dabei helfen, die Calciumversorgung kleinerer Kinder zu verbessern (die ja manchmal etwas schwierig bzgl. ihrer akzeptierten Lebensmittel sind…). Wer meint, die Magnesiumversorgung seines Kindes komme zu kurz, kann auf passende Magnesiumpräparate zurückgreifen. Ich empfehle dazu ein pulverförmiges Präparat zu verwenden (z.B. „Magnesium - Pulver +“) da dieses feiner und passender dosiert werden kann als Magnesium-Kapseln. Deutlich zu hoch dosierte Magnesiummengen können ebenfalls abführend wirken.

Aber wie erwähnt: Nahrungsergänzungen sind keinesfalls ein Freifahrtschein, eine gesunde und ausgewogene Ernährung nicht mehr adäquat zu beachten!

Quellen (u.a.):
http://www.sge-ssn.ch/grundlagen/lebensmittel-und-naehrstoffe/naehrstoffempfehlungen/dachreferenzwerte/
Burgerstein, U. P., H. Schurgast, and M. Zimmermann. "Burgerstein Handbuch Nährstoffe. 13." Aktualisierte und erweiterte Aufl. TRIAS-Verlag, Stuttgart (2018).

Oft werden wir in der Fachberatung gefragt, ob Kinder überhaupt Nahrungsergänzungen nehmen dürfen, ob nicht die normale Ernährung den Bedarf dieser kleinen Menschen decken würde und welche... mehr erfahren »
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Ernährung, Nährstoffbedarf und Nahrungsergänzungen bei Kindern

Oft werden wir in der Fachberatung gefragt, ob Kinder überhaupt Nahrungsergänzungen nehmen dürfen, ob nicht die normale Ernährung den Bedarf dieser kleinen Menschen decken würde und welche Nahrungsergänzungen für sie geeignet sind.

Mythos verminderter Bedarf
Es hält sich leider immer noch hartnäckig der Mythos, dass Kinder bei Mikronährstoffen bedingt durch ihre geringere Körpergröße auch einen verminderten Bedarf haben. Das ist schlichtweg falsch! Der Mikronährstoffbedarf von Kindern und Jugendlichen ist außerordentlich hoch. Wachstums- und Entwicklungsprozesse in der frühen Kindheit und in der Pubertät verbrauchen große Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen.
In Kindheit und Jugend verbraucht der Aufbau von Knochensubstanz große Mengen Calcium, Magnesium und Phosphor. So liegt der Calciumbedarf eines Kindes von 7 Jahren in der annähernd gleichen Größenordnung, wie der seiner erwachsenen Eltern! Der Eisenbedarf eines Zwölfjährigen liegt um ein 20 % höher, als der eines erwachsenen Mannes…!  Also von wegen kleiner Mensch = geringerer Bedarf.

Ernährung und Essverhalten
In Kindheit und Jugendjahren ist eine an den Nährstoffbedarf angepasste Ernährung außerordentlich wichtig, denn nur sie ermöglicht eine gute geistige Entwicklung und vollständiges körperliches Wachstum. Schäden, die durch eine unzureichende Nährstoffzufuhr in diesen Jahren entstehen, sind oft irreversibel.
Allgemein sollte die Ernährung reich an essenziellen Nährstoffen sein. Rohkostreiche Vollwertkost (Obst, Gemüse, Salat), Vollkornprodukte, gute Fette (hochwertige native Öle, Nüsse, Samen), Fisch, magere Proteinquellen und ab und an mal ein (Bio-) Ei decken die meisten Nährstoffe adäquat ab. Milchprodukte (Bio) sind ok – allerdings ist ihr Image als „Nährstoff- und Gesundheitswunder“ mittlerweile widerlegt. Als gute Proteinquelle haben sie aber dennoch weiterhin zumindest einen gewissen Stellenwert, vor allem in gesäuerter Form als Joghurt, Kefir oder Buttermilch). Bei Allergien, Unverträglichkeiten, Verschleimungen oder Erkrankungen wie Autismus, ADS und ADHS kann sich ein Verzicht auf Milchprodukte aber positiv auswirken.
Andererseits führt ein „zu viel“ an Kalorien und ungesunden Nahrungsmitteln in der Kindheit dazu, das große Mengen Fettzellen gebildet werden – welche ein Leben lang erhalten bleiben. Aus dicken Kindern werden in fast allen Fällen übergewichtige Erwachsene; der Grundstein für ein Übergewicht im Erwachsenenalter wird also bereits in der Kindheit gelegt…

Die Ernährung von Kindern sollte gesund und abwechslungsreich – aber in keinem Fall militant und dogmatisch sein. So lange primär gesund gegessen wird, dürfen ab und an auch mal ungesunde Lebensmittel sein. Denn je mehr man als Eltern genau diese Lebensmittel verbietet, desto besonderer werden sie für die Kinder. Dann wird, wenn denn mal die Möglichkeit zum ungestörten Verzehr besteht, richtig und ohne Maß zugelangt. Andererseits sollten Süßigkeiten & Co auch nie als Belohnung eingesetzt werden. Denn so bekommen diese ebenfalls einen besonderen Stellenwert und gelten als besonders und begehrenswert. Und entsprechend wird dann gerne auch mal das Taschengeld eingesetzt, um sich am Kiosk „selbst zu belohnen“, fernab der Kontrolle der Eltern.

In Sachen Ernährung gilt es übrigens für Erwachsene mit gutem Beispiel voranzugehen.
Vorlieben für bestimmte Lebensmittel und Essgewohnheiten werden bereits in der Kindheit gelegt und bleiben ebenfalls oft den Rest des Lebens erhalten. Auch hier haben die Eltern eine Vorbildfunktion. Für Kinder, die wenig industriellen Zucker bekommen schmeckt Obst süß – für Kinder, die regelmäßig Schokolade und Co essen, oftmals nicht - oder sogar sauer.

Es ist übrigens besser, „richtige“ Hauptmahlzeiten zu haben. Unregelmäßiges Essen und diverse kleine Zwischensnacks und Essen in Hektik tragen nicht unbedingt dazu bei, ein gesundes Essverhalten zu entwickeln. „Iss gefälligst deinen Teller leer…“ führt übrigens in den meisten Fällen zu dicken Kindern, man sollte niemanden (gesundes…) zwingen, mehr zu essen als er oder sie möchte. Sinn dahinter ist natürlich auch nicht, wenn der Nachwuchs das Gemüse nicht mag, deshalb den Teller nicht leer isst und dann irgendwelche Snacks aus dem Kühlschrank holt…

Für alle Eltern, die besondere Ernährungsweisen pflegen: vegetarische Ernährung geht, muss aber sehr intelligent konzeptioniert werden, damit auf keinen Fall irgendwelche Defizite entstehen. Wie erwähnt, Schäden, die durch eine unzureichende Nährstoffzufuhr in der Jugend entstehen sind meist irreversibel. Wenn man diesbezüglich unsicher ist, können hier z.B. gute Multi-Präparate, die extra auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sind, helfen. Nahrungsergänzungen sind aber keinesfalls ein Freifahrtschein, die ausgewogene Ernährung nicht mehr adäquat zu beachten. Es empfiehlt sich außerdem, eine vegetarische Ernährung bei Kindern mit jemand wirklich Fachkundigem zu besprechen.

Vegane Ernährung ist bei Kindern immer (IMMER!) kontraindiziert und sollte dem Kind niemals von den Eltern auf-diktiert werden. Es können dabei katastrophale Mangelzustände auftreten mit gravierendsten Schäden für das Kind. Ich trage hier keinesfalls zu dick auf: So steckt das für das Gehirn enorm wichtige B12 ausschließlich in tierischen Produkten. Egal was irgendein selbsternannter veganer Guru auf YouTube erzählt… Auch Eisen ist immer problematisch, Zink, Calcium, Vitamin D3, Folsäure, Vitamin B6, B3, B2 und B1 können kritisch werden, wenn man nicht aufpasst.

Der hohe Eisenanteil von Spinat ist übrigens ein Mythos: mit 2,7 bis 4,5 mg Eisen pro 100 g Spinat enthält dieser nämlich kaum mehr Eisen als eine entsprechende Portion Pommes…
Wenn jetzt natürlich die 13-jährige Tochter entscheidet, dass sie keine tierischen Produkte mehr essen möchte, sollte man das akzeptieren. Die Entscheidung dazu sollte das Kind aber ohne Druck selbst treffen – und man muss verstärkt auf eine ergänzende Zufuhr der kritischen Mikronährstoffe achten.
Das Heilfasten bis zum Abschluss des Wachstums ebenfalls in keinem Fall gemacht werden sollte, sollte eigentlich jedem klar sein.

Welche Nährstoffe werden oft durch die Ernährung unzureichend abgedeckt?
Selbst bei gesunder und abwechslungsreicher Ernährung gibt es Mikronährstoffe, die oftmals unzureichend zugeführt werden, bzw. die kritisch sein können. Dazu zählen u.a. B-Vitamine, Vitamin C, Vitamin D3, Calcium, Magnesium, Eisen, Zink und Omega-3 Fettsäuren.

Der Bedarf an Vitamin C und B-Vitaminen ist in Kindheit und Pubertät beachtlich. Das liegt daran, dass der Bedarf an B-Vitaminen mit dem erhöhten Kalorienbedarf ansteigt. Vitamin C hat große Bedeutung bei der Synthese von Kollagen. Entsprechend wird ausreichend Vitamin C für den optimalen Aufbau von Knochen, Knorpel und den Bindegeweben in Haut und Blutgefäßen benötigt.

Die Versorgung mit Vitamin D3 ist in Mitteleuropa oftmals unzureichend. In den Wintermonaten ist es der Haut bedingt durch den niedrigen Stand der Sonne nicht möglich, Vitamin D zu synthetisieren. In den Sommermonaten sollten Kinder genug draußen spielen – denn „Stubenhocker“ produzieren selbst im Hochsommer zu wenig Vitamin D. Eine kleine Menge D3 kann über die Nahrung aufgenommen werden, steckt aber ausschließlich in tierischen Lebensmitteln wie z.B. Lachs oder Thunfisch (wobei man von letzterem bzgl. Schadstoffbelastung und der nahen Ausrottung meines Erachtens besser die Finger lässt).

Der Aufbau von Knochensubstanz während des Wachstums verbraucht große Mengen Calcium, Magnesium und Phosphor. Erfahrungsgemäß führen Kinder und Jugendliche bedingt durch Fleischwaren und Getränke eher zu viel Phosphor zu. Calcium und Magnesium kommen meist viel zu kurz. Calcium aus pflanzlichen Lebensmitteln wird meistens schlecht aufgenommen, da diverse Pflanzenstoffe (z.B. Oxalsäure oder Phytinsäure) das enthaltene Calcium binden. Zusätzlich können beachtliche Teile (bis zu 50 %) beim Kochen verloren gehen. Magnesiumreiche Lebensmittel sind z.B. Nüsse, Samen und Vollkornprodukte. Bei einer Allergie auf Milchprodukte sollte die Nahrung durch Calcium in Kapsel/Tablettenform ergänzt werden.
Die Ernährung vieler Kinder liefert nicht genug Eisen. Eisenmangel beeinträchtigt die Lernfähigkeit, sowie motorische-  und geistige Entwicklung. Während Eisen aus Fisch und Fleisch gut Bioverfügbar ist, kann Eisen aus Milchprodukten, Eiern und Pflanzlichen Quellen schlechter bis fast gar nicht aufgenommen werden. Die parallele Einnahme von Vitamin C (z.B. in Form von Orangensaft, Paprika) erhöht die Eisenaufnahme, Milch reduziert sie.
Eine unzureichende Zinkversorgung kann bei Kindern und Jugendlichen das Wachstum nachteilig beeinflussen, das Immunsystem schwächen und die Geschlechtsreife hinauszögern. Zink ist generell schlecht bioverfügbar, je nach Nahrungsmittel werden 15-40 % des enthaltenen Zinks aufgenommen. Tendenziell ist Zink aus tierischen Produkten besser verwertbar, da in vielen pflanzlichen Lebensmittel Stoffe enthalten sind, die die Aufnahme vermindern (wie beim Calcium).

Die Aufnahme von Omega-3 Fettsäuren ist bei vielen Kindern und Jugendlichen inadäquat – vor allem ein Mangel an EPA und DHA beeinträchtigt die kognitiven Fähigkeiten nachteilig und kann Verhaltensauffälligkeiten begünstigen. Gute Nahrungsquellen für Omega-3 sind fettreiche Kaltwasserfische, Nüsse und bestimmte Pflanzenöle (natives Raps-, Soja-, Walnuss- oder Leinsamenöl).

Wie viel braucht mein Kind von welchem Mikronährstoff?
Der Bedarf an verschiedenen Mikronährstoffen ändert sich je nach Lebensphase, Verbrauch, Resorptionszustand des Darmes, Gesundheitszustand - ist also individuell. So hat ein Kind unter einem Jahr einen Magnesiumbedarf von etwa 60 mg, bis 4 Jahre einen Bedarf von 80 mg, aber im Alter von 10 – 13 Jahren einen Bedarf von ca. 240 mg. Eine gute Orientierungshilfe für die altersgerechte Mikronährstoffzufuhr bieten die Richtwerte der DACH. Sie werden von den deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Ernährung gemeinsam herausgegeben und können online eingesehen werden.

Welche Nahrungsergänzungen sind geeignet?
Allgemein empfiehlt sich als „Sicherheitsgrundversorgung“ ein altersgerechtes Multi-Vitamin-Multi-Mineralien-Präparat, z.B. in Form von Kautabletten oder Sirup. Die Firma EifelSan führt diesbezüglich die Präparate „Kinder Multi-Vitamin-Mineralien-Spurenelemente Kautabletten fruchtig“ und „Kinder-Multi + D3 Saft“. Diese können anhand der Tablettenzahl bzw. dem Volumen passend für die Bedürfnisse der jeweiligen Altersklasse dosiert werden. Teenager haben spezielle Bedürfnisse bzgl. der jeweiligen Mikronährstoffe, weshalb sich ein spezielles Multi für sie empfiehlt; z.B. „Multi Smart Teen“.

Angesichts der besonderen Wichtigkeit einer guten Omega3 Versorgung ist diesbezüglich für alle Altersklassen eine Ergänzung zu empfehlen. Für die „Kleinen“ (die meistens noch nicht gerne Kapseln schlucken) empfehlen wir „Kinder Omega 3 DHA + EPA Kaukapseln“, die „Größeren“ können normale Omega-3 Produkte nehmen. Wenn Kapseln und Kaukapseln nicht gemocht werden, kann man auch z.B. auf „Omega-3 Trinköl“ oder „SynOmega Omega3, D3 und Cholin“ zurück greifen – allerdings in passender Menge für die jeweilige Altersklasse, denn Omega-3 kann in (deutlich) zu hohen Mengen abführend wirken.
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Aber wie erwähnt: Nahrungsergänzungen sind keinesfalls ein Freifahrtschein, eine gesunde und ausgewogene Ernährung nicht mehr adäquat zu beachten!

Quellen (u.a.):
http://www.sge-ssn.ch/grundlagen/lebensmittel-und-naehrstoffe/naehrstoffempfehlungen/dachreferenzwerte/
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